Kunst-Stoff – oder woraus ist Kunst gemacht?

Kunst-Stoff
Woraus ist Kunst gemacht?

Wenn es stimmt, dass das Geheimnis der Kunst nicht im Suchen sondern im Finden liegt, dann ist es wesentlich das Auge des Betrachters, das die Kunst macht.
Mein alter Teddy, die zerrissene Jacke meines Vaters, das Moos auf dem Gartenmäuerchen, die Schönheit des abblätterndes Putzes, des langsam Vergehenden.
Alles was mein Herz höher schlagen lässt möchte ich am liebsten an die Wand hängen, ausstellen, länger und in Ruhe betrachten können.

Dazu gehört am Wenigsten das Teure, Anerkannte, die Ware Kunst.
Dubuffet hat das berühmte Urinal zum Kunstgegenstand gemacht. Ich bin zwar eine Frau aber ich respektiere das.
Mein allerliebstes Kunstobjekt ist eine kleine (von einer alten Nonne) gestrickte weiße Katze in einem Glasbehälter. Man kann Teelichter drauf stellen und sie anzünden. Die Nonne hat uns das zugeschickt als der alte Kater so krank war. Er hat danach noch 5 Jahre gelebt.
Das ist Volkskunst, Art Brut, völlig unberührt von akademischer Kunst.
I love it.
Jutta

Gestrickte weiße Katze im Glas. Foto: Jutta Baden

Kunst-Stoff oder: Woraus ist Kunst gemacht?
Kunst kann aus allem entstehen, spätestens seit Beuys. Oft werden Dinge artfremd verwendet, zumindest in Kollagen oder ähnlichem.
Ästhetik ist nicht immer ein Aspekt, aber mir schon wichtig. Im Hintergrund der Kunst lebt das Ansinnen des Künstlers, manchmal sichtbar, manchmal sehr versteckt, im besten Falle anregend.
Das Betrachten von Kunst ist eine Art Kommunikation. Nicht umsonst fragt man sich „Was will der Künstler mir damit sagen?“ und wie im normalen Leben redet man auch in der Kunst schon einmal aneinander vorbei. Es ist zum Teil auch eine Frage der Resonanz; wofür bin ich aufnahmefähig, wobei schwinge ich mit? Und doch trägt Kunst dazu bei, den Gesichtskreis zu erweitern, auch wenn man keine Begeisterung für ein Objekt empfindet.
Silke

Kunst-Stoff – oder
woraus ist Kunst gemacht?
Oder: Was macht Stoff zur Kunst?

Nehmen wir Bilder. Eine Wand, sei es Leinwand, Holz, Bretter, eine Fassade, die Straßendecke und dann Farbe drauf. Manchmal auch andere, zusätzliche Materialien. Sand, Kaffee, Stoffe, Pflanzen, Schrott, Plastik … nochmal Farbe drüber … fertig ist die Kunst.
Was unterscheidet ein so erstelltes Objekt von mir von dem eines anerkannten Künstlers? Matthias Wollgast zum Beispiel. Ich kenne ihn noch als Kindergartenkind in dem integrativen Montessori-Kinderhaus, das auch unser Sohn besuchte. Vor vielleicht zwei Jahren hat er mich eingeladen. Er machte eine Ausstellung im Kunstmuseum in Bonn. U.a. ein Blechregal mit beschrifteten Kartons. „Gesuchtes“ z.B. oder „Abgelegtes“. Auch Bilder. Mit einer bestimmten Drucktechnik, die ich gar nicht mehr genau weiß. Auf jeden Fall, seine Objekte sind Kunst, wandern durch die Museen, meine Objekte nicht. Obwohl, vielleicht sogar dieselben Materialien verwendet werden. Vielleicht ist ja mein Werk auch Kunst. In dem Moment, in dem ich oder eine Betrachterin oder ein Betrachter sage, das ist ja Kunst.
Heute morgen habe ich im Radio nochmal die Verhüllung des Reichstags durch Christo und Jeanne-Claude gehört. Total spannend. Eine schlichte Idee. Bis ins Detail geplant. Und beeindruckend. Das Material: Stoff-Bahnen, eine glänzende Beschichtung und Seile zum Verschnüren. Was machte die Verpackung zur Kunst? Ab wann waren seine Werke Kunst? Und wer entscheidet das?
Ein Unterschied: Ich plane nicht so lange für ein Werk. Ich finde etwas, z.B. das abgeflexte Stück eines rostigen Eisenträgers in einem alten Turm. Das ist für mich Kunst. In disem Fall aus Eisen, Rost und blanker Schnittfläche. Objet trouvé.
In Bonn in der Altstadt gibt es eine kleine Galerie. Mit Wein und einem Galerie-Vorsteher, den ich kenne. Vielleicht … sammel ich mal meine Objekte … und erkläre sie zur Kunst und stelle sie aus.
Vielleicht.
Ulrich

Kunst-Stoff, oder – woraus ist Kunst gemacht?

Natur – das ist das, was ist und was wächst. Für mich, als Artgenossin mittendrin ist’s, als lief’s von allein.

Kunst ist etwas, was erst die Art der Menschen ins Geschehen bringt. Manchmal wird mir das bewusst, wenn ich auf meiner Bank unter der kleinen Eiche sitze und nichts tue, nichts, außer zu schauen und zu lauschen.

Ich sehe Kunststrukturen in die Landschaft hinein: den goldenen Streifen eines reifenden Kornfelds vor dem Hintergrund der dunklen Kulisse des Siebengebirges, die mit den Wanderungen der Wolken sich verändernde Wirkung von Licht und Schatten und wie das Sonnenlicht die Farbwirkung verändert (das Grün dort war eben noch lindgrün und ist jetzt tannengrün z.B.).

Und ich denke an die Menschen, denen es gelang und gelingt, diese Eindrücke in Bildern festzuhalten und ich nehme mir vor, wieder einmal ins Museum zu gehen und mehr Kunst-stoff zu verarbeiten…

Barbara

Kunst_Stoff oder Woraus ist Kunst gemacht

Der Stein des Anstoßes
Kunst liegt im Auge des Betrachters
und entsteht im Kopf
ist aus allen erdenklichen Materialien (Müllarmee HA Schult)
entsteht aus Mut zur Entblößung
aus dem Bedürfnis, sich mitzuteilen
aus dem Drang, sich mitzuteilen (Picasso)
aus innerlicher Befriedigung etwas geschaffen zu haben.

Karin

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